KI im Mittelstand: Wo Unternehmen Ihrer Größe stehen und warum Sie jetzt beginnen sollten
KI-Nutzung im Mittelstand nach Unternehmensgröße: Destatis, KfW, ifo, Bitkom und KI-Index mit Methode verglichen, dazu Hürden und Einsatzfelder.
KI ist im Mittelstand angekommen; wie weit, hängt von Unternehmensgröße und Erhebung ab: Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 in Deutschland 23 Prozent der Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten KI, 36 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten und 57 Prozent der Unternehmen ab 250 Beschäftigten, während die ifo Konjunkturumfrage im Mai 2026 kleine Unternehmen (51,2 Prozent) vor mittleren (47,2 Prozent) sieht. Für einen Einstieg jetzt spricht, dass die Nutzung schnell wächst (ifo zählt über alle befragten Unternehmen 54,5 Prozent nach 40,9 Prozent im Vorjahr, Bitkom bei Unternehmen ab 20 Beschäftigten 41 nach 17 Prozent) und dass Unternehmen, die KI erwogen, aber nicht eingeführt haben, vor allem fehlendes Wissen als Grund nennen und weit seltener die Kosten.
Dieser Beitrag legt fünf aktuelle Erhebungen zur KI-Nutzung nebeneinander, zeigt, was jede tatsächlich misst, und leitet daraus ab, wie Sie Ihren eigenen Betrieb einordnen. Danach folgen die Hürden, die Unternehmen selbst nennen, und die Einsatzfelder, in denen sich eine erste Prüfung lohnt.
Wie weit Unternehmen Ihrer Größe sind
Die feinste Aufschlüsselung mit festen Beschäftigtengrenzen liefert die amtliche IKT-Erhebung des Statistischen Bundesamts. Für 2025 weist sie aus:
| Unternehmensgröße | nutzen KI | nutzen keine KI |
|---|---|---|
| 10 bis 49 Beschäftigte | 23 Prozent | 77 Prozent |
| 50 bis 249 Beschäftigte | 36 Prozent | 64 Prozent |
| ab 250 Beschäftigten | 57 Prozent | 43 Prozent |
| alle Unternehmen ab 10 Beschäftigten | 26 Prozent | 74 Prozent |
Die rechte Spalte ist unsere Rechnung (100 minus Nutzeranteil). Sie zeigt die Seite, die in Nutzungsquoten leicht untergeht: Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist der Betrieb ohne KI 2025 noch die Mehrheit, bei großen die Minderheit.
Aufschlussreich ist auch, welche Technologien die KI-nutzenden Unternehmen einsetzen. Destatis fragt acht Technologien einzeln ab; hier die Anteile unter den Nutzern:
| Technologie (Anteil unter KI-Nutzern) | 10 bis 49 | 50 bis 249 | ab 250 |
|---|---|---|---|
| Text Mining (Analyse von Schriftsprache) | 51 % | 53 % | 57 % |
| Erzeugung von Bildern, Videos, Ton | 51 % | 55 % | 57 % |
| Spracherkennung | 41 % | 43 % | 50 % |
| Erzeugung natürlicher Sprache, auch Programmcode | 32 % | 40 % | 50 % |
| Automatisierung von Arbeitsabläufen oder Entscheidungsfindung | 26 % | 25 % | 37 % |
| Maschinelles Lernen | 21 % | 25 % | 39 % |
| Bilderkennung | 16 % | 17 % | 24 % |
| autonome Bewegung von Maschinen | 5 % | 6 % | 12 % |
Kleine und mittlere Nutzer setzen also vor allem auf Text- und Medienwerkzeuge. Die Automatisierung von Arbeitsabläufen nutzt in beiden Größenklassen rund ein Viertel der KI-Nutzer, bei großen Unternehmen gut ein Drittel.
Zum Vorjahr: Für 2024 meldete Destatis 17, 28 und 48 Prozent in denselben drei Größenklassen. Seit 2025 zählt die Statistik allerdings Unternehmen im Sinne der EU-Einheitenverordnung statt rechtlicher Einheiten; der Anstieg ist deshalb als Richtung zu lesen, nicht als exakter Zuwachs.
Zwei weitere Erhebungen zeichnen ein weniger eindeutiges Größengefälle. ifo selbst fasst seine Werte als Anstieg mit der Größe zusammen; nach den Einzelwerten liegen kleine Unternehmen jedoch vor mittleren:
- ifo Konjunkturumfrage, Mai 2026: Großunternehmen nutzen KI zu 67,2 Prozent, kleine zu 51,2 Prozent, mittlere zu 47,2 Prozent. Kleine liegen hier also vor mittleren. Nach welchen Grenzen ifo „klein“, „mittel“ und „groß“ abgrenzt, nennt die Meldung nicht; die Werte lassen sich deshalb nicht auf die Destatis-Klassen übertragen.
- KfW-Mittelstandspanel, Nutzung 2022 bis 2024: Beschreibend werden alle KI-Technologien „mit zunehmender Unternehmensgröße zumindest in der Tendenz häufiger genutzt“. Berücksichtigt die KfW in einem Regressionsmodell zugleich Digitalisierung, Knowhow, Innovationstätigkeit und weitere Merkmale, ist nach ihrem Ergebnis „weniger die schiere Größe eines Unternehmens ausschlaggebend für den Einsatz […], als vielmehr das erreichte Digitalisierungsniveau, das diesbezügliche Knowhow sowie die Innovativität des Unternehmens“.
Wir lösen diese Unterschiede nicht auf, weil die Erhebungen Verschiedenes messen (nächster Abschnitt). Festhalten lässt sich: Große Unternehmen liegen in Destatis und ifo deutlich vorn, und auch bei der KfW steigt die Nutzung mit der Größe zumindest tendenziell. Zwischen kleinen und mittleren Unternehmen ist das Bild dagegen nicht einheitlich.
Fünf Erhebungen, fünf Zahlen: was jede misst
Die fünf Erhebungen nennen Gesamtwerte zwischen 20 und 54,5 Prozent, denn sie messen Verschiedenes. Wir haben die Methodenangaben der Veröffentlichungen am 28. September 2026 nebeneinandergelegt, aufgeteilt auf zwei Tabellen, damit sie auch auf dem Smartphone lesbar bleiben. Zuerst Destatis, Bitkom und der KI-Index:
| Statistisches Bundesamt (IKT-Erhebung 2025) | Bitkom (Presseinformation 11.03.2026) | KI-Index Mittelstand 2026 (Salesforce und DMB) | |
|---|---|---|---|
| Wer wurde befragt | Unternehmen ab 10 Beschäftigten aus den Wirtschaftsabschnitten C bis J, L und M sowie der Gruppe 95.1 (u. a. Industrie, Bau, Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation, freiberufliche und technische Dienstleistungen); nicht erfasst sind u. a. Landwirtschaft sowie Finanz- und Versicherungsbranche | Unternehmen ab 20 Beschäftigten | „mittelständische Unternehmen“; eine Größenabgrenzung nennt die Pressemitteilung nicht |
| Wie | schriftlich-online, freiwillig, geschichtete Zufallsstichprobe, laut Qualitätsbericht Nettostichprobe von 20.000 Erhebungseinheiten, auf die Grundgesamtheit hochgerechnet | telefonisch, 604 Unternehmen, laut Bitkom repräsentativ | Befragung von rund 700 Unternehmen; Angaben zur Repräsentativität enthält die Pressemitteilung nicht |
| Wann | Feldzeit März bis Mitte Juli 2025 | Kalenderwochen 2 bis 6 2026 | November 2025 |
| Was zählt als Nutzung | mindestens eine von acht abgefragten KI-Technologien im Einsatz | KI im Einsatz; Planung oder Diskussion wird gesondert ausgewiesen | KI-Lösungen genutzt oder getestet |
| Wert | 26 Prozent insgesamt | 41 Prozent (Vorjahr 17 Prozent) | 51,2 Prozent (2024: 33,1 Prozent) |
| nach Größe aufgeschlüsselt | ja, drei Größenklassen | nein | nein |
Dazu die Erhebungen von ifo und KfW:
| ifo Konjunkturumfrage (Meldung 05.06.2026) | KfW-Mittelstandspanel (Fokus Nr. 554, 29.07.2026) | |
|---|---|---|
| Wer wurde befragt | Unternehmen aus Industrie, Dienstleistungen, Handel und Bauhauptgewerbe; Teilnehmerzahl und Größenabgrenzung nennt die Meldung nicht | mittelständische Unternehmen, definiert als private Unternehmen aller Wirtschaftszweige mit bis zu 500 Mio. Euro Jahresumsatz, einschließlich Betrieben unter 5 Beschäftigten |
| Wie | Umfrage des ifo Instituts; Stichprobengröße, Befragungsweg und Gewichtung nennt die Meldung nicht | schriftliche Wiederholungsbefragung, geschichtete Zufallsstichprobe, auf die Zahl der Unternehmen hochgerechnet; gut 5.200 Unternehmensantworten in der Auswertung |
| Wann | Mai 2026 | 23. Welle, erhoben im Frühjahr 2025 |
| Was zählt als Nutzung | KI in Geschäftsprozessen genutzt; Planung (16 Prozent) und Diskussion (21,6 Prozent) gesondert | Ja auf die Frage „Haben Sie in Ihrem Unternehmen in den Jahren 2022–2024 Anwendungen von Künstlicher Intelligenz genutzt?“ nach einer vorangestellten KI-Definition |
| Wert | 54,5 Prozent (Vorjahr 40,9 Prozent) | 20 Prozent |
| nach Größe aufgeschlüsselt | ja, „klein“, „mittel“, „groß“ ohne genannte Grenzen | nur je Technologie, in vier Klassen von unter 5 bis 50 und mehr Beschäftigte |
Warum Bitkom mit 41 Prozent deutlich über den 26 Prozent von Destatis liegt, lässt sich aus den Veröffentlichungen nicht auf eine Ursache zurückführen. Vier Unterschiede kommen in Frage: Bitkom hat später gefragt (Januar und Februar 2026 statt März bis Juli 2025), in einer Phase schnellen Wachstums. Bitkom lässt Unternehmen mit 10 bis 19 Beschäftigten weg; sie gehören zur Klasse 10 bis 49, in der die Nutzung laut Destatis am niedrigsten ist. Bitkom fragt telefonisch, Destatis schriftlich-online. Und Bitkom fragt KI als einen Punkt in einer Liste von Technologien ab („im Unternehmen im Einsatz“), Destatis dagegen acht KI-Technologien einzeln. Der KI-Index zählt zusätzlich Tests mit und befragt eine andere Gruppe von Unternehmen. Die KfW liegt mit 20 Prozent am niedrigsten. Auch hier gibt es mehrere mögliche Gründe: Sie bezieht Kleinstbetriebe ein, die Destatis und Bitkom nicht erfassen, lässt Unternehmen mit mehr als 500 Mio. Euro Jahresumsatz weg, und ihr Zeitraum 2022 bis 2024 endet vor den Befragungen der anderen. Die ifo-Umfrage vom Mai 2026 ist die jüngste der fünf.
Für Ihre Einordnung folgt daraus eine Regel: Vergleichen Sie nur Werte aus derselben Erhebung. Welche fünf Entwicklungen für den Mittelstand gerade zählen, ordnet der Beitrag zu den KI-Trends im Mittelstand ein.
Wo steht ein Betrieb Ihrer Größe?
Mit der Destatis-Tabelle können Sie Ihr Unternehmen in drei Schritten einordnen:
- Stellen Sie sich die amtliche Frage. Destatis zählt ein Unternehmen als KI-Nutzer, wenn es mindestens eine der acht Technologien aus der Tabelle oben einsetzt. Wer im Betrieb zum Beispiel Texte oder Programmcode mit einem Sprachmodell erzeugen lässt, müsste die Frage nach der „Erzeugung natürlicher Sprache“ mit Ja beantworten. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob Ihr Betrieb nach dieser Zählung nicht bereits Nutzer ist.
- Wählen Sie die passende Zeile. Mit 10 bis 49 Beschäftigten vergleichen Sie sich mit 23 Prozent Nutzern, mit 50 bis 249 Beschäftigten mit 36 Prozent, ab 250 Beschäftigten mit 57 Prozent (Destatis 2025). Die Werte gelten für Unternehmen aus den erfassten Branchen; einen Branchenvergleich enthält die Tabelle nicht. Unter 10 Beschäftigten erfasst Destatis Sie nicht; dann passt das KfW-Mittelstandspanel besser: Dort setzten in den Jahren 2022 bis 2024 13 Prozent der Betriebe unter 5 Beschäftigten Technologien zur Erzeugung natürlicher Sprache ein; einen Gesamtwert nach Größe weist die KfW in dieser Auswertung nicht aus. Mit den jüngeren ifo-Werten liegt die Messlatte höher, und kleine Unternehmen stehen dort vor mittleren. Die gewählte Quelle verändert also das Ergebnis; nennen Sie sie deshalb immer mit.
- Trennen Sie gelegentliche Nutzung von Prozessarbeit. Ein Chat-Assistent für Texte dürfte einen Betrieb in der Destatis-Zählung bereits zum Nutzer machen. Ob KI einen Ablauf verändert, zeigt eher die Zeile „Automatisierung von Arbeitsabläufen oder Entscheidungsfindung“: Sie betrifft rund ein Viertel der kleinen und mittleren KI-Nutzer.
So gelesen ergeben sich nach den Destatis-Zahlen drei Positionen. Nutzen Sie keine der acht Technologien, gehören Sie in Ihrer Größenklasse unter 250 Beschäftigten 2025 noch zur Mehrheit; nach der ifo-Umfrage vom Mai 2026 wären kleine Unternehmen dagegen bereits mehrheitlich Nutzer. Nutzen Sie nur Text- oder Medienwerkzeuge, zählen Sie statistisch zu den Nutzern, auch wenn sich an Ihren Abläufen noch nichts geändert hat. Automatisieren Sie bereits einen Arbeitsablauf mit KI, gehört Ihr Betrieb zu einer kleinen Gruppe: Rechnerisch nutzen diese Technologie bei 10 bis 49 Beschäftigten etwa 6 Prozent aller Unternehmen (26 Prozent von 23 Prozent), bei 50 bis 249 Beschäftigten etwa 9 Prozent (25 Prozent von 36 Prozent).
Die KfW-Auswertung legt einen weiteren Prüfpunkt nahe, der mehr aussagen kann als die Größe: Wie weit ist Ihr Betrieb digitalisiert, gibt es digitales Knowhow im Haus, und bringt er Produkt- oder Prozessinnovationen hervor? Nach dem KfW-Modell hängen diese Merkmale enger mit der KI-Nutzung zusammen als die Beschäftigtenzahl.
Warum der Zeitpunkt jetzt günstig ist
Aus den Daten lassen sich drei Gründe ableiten, die für einen Einstieg in den kommenden Monaten sprechen, statt in einigen Jahren.
Die Nutzung wächst schnell. Die ifo Konjunkturumfrage misst binnen eines Jahres einen Anstieg von 40,9 auf 54,5 Prozent, Bitkom einen Sprung von 17 auf 41 Prozent bei Unternehmen ab 20 Beschäftigten; dort planen oder diskutieren weitere 48 Prozent den Einsatz. Im KI-Index Mittelstand planen 37 Prozent der befragten Unternehmen, KI 2026 einzuführen oder auszubauen. Unsere Folgerung: Wer wartet, dürfte gegenüber der wachsenden Gruppe der Nutzer zurückfallen.
Die Erfahrungen der Nutzer sind überwiegend positiv, aber nicht nur. Unter den Unternehmen, die KI einsetzen, sehen laut Bitkom 77 Prozent ihre Wettbewerbsposition verbessert, 45 Prozent berichten von deutlich beschleunigten internen Prozessen. Zugleich hat ein Drittel (33 Prozent) festgestellt, dass KI zu deutlich höheren Kosten geführt hat als erwartet. Das spricht nicht gegen den Einstieg, wohl aber dafür, die Kosten vorher durchzurechnen; woraus sie sich zusammensetzen, zeigt der Beitrag Was kostet KI-Automatisierung im Mittelstand?.
Die meistgenannten Hürden sind Wissen, Recht und Datenschutz, nicht das Budget. Unternehmen, die KI erwogen, aber nicht eingeführt haben, nennen vor allem fehlendes Wissen, rechtliche Unklarheit und Datenschutz, deutlich seltener die Kosten (Abschnitt unten). Wissen und rechtliche Klarheit lassen sich vor einem ersten Projekt aufbauen. Erfahrung mit KI in den eigenen Abläufen entsteht dagegen erst im Betrieb.
Was Unternehmen vom KI-Einsatz abhält
Destatis hat die Unternehmen, die KI in Betracht gezogen, aber nicht eingeführt haben, nach ihren Gründen gefragt (Mehrfachnennungen, 2025):
| Grund gegen die Nutzung | 10 bis 49 | 50 bis 249 | ab 250 |
|---|---|---|---|
| fehlendes Wissen | 73 % | 72 % | 67 % |
| Unklarheit über rechtliche Folgen | 64 % | 56 % | 56 % |
| Bedenken zu Datenschutz und Privatsphäre | 60 % | 59 % | 63 % |
| Inkompatibilität mit vorhandenen Geräten, Software und Systemen | 46 % | 46 % | 38 % |
| Verfügbarkeit oder Qualität der Daten | 44 % | 45 % | 43 % |
| zu hohe Kosten | 33 % | 32 % | 26 % |
| ethische Überlegungen | 23 % | 21 % | 21 % |
| Einsatz nicht sinnvoll | 20 % | 14 % | keine Angabe (Wert laut Destatis nicht sicher genug) |
Zwei Befunde lohnen den zweiten Blick. Die Kosten stehen in allen Größenklassen weit hinter Wissen, Recht und Datenschutz. Und die rechtliche Unklarheit ist bei den kleinsten Unternehmen am größten. Ob sich eine Beratung zum Einstieg bezuschussen lässt und in welcher Reihenfolge Sie dafür vorgehen müssen, beschreibt der Beitrag zur BAFA-Förderung für KI-Beratung. Welche Pflichten aus der KI-Verordnung ein Unternehmen treffen, das KI einsetzt, aber nicht selbst entwickelt, und was der Digital Omnibus daran geändert hat, beschreibt der Beitrag zum EU AI Act für Anwenderunternehmen.
Wo sich eine erste Prüfung lohnt
Als bevorzugte Einsatzfelder nennen die Befragten des KI-Index Mittelstand vor allem die Unterstützung von Geschäfts- und Planungsprozessen, Kundenbetreuung und -kommunikation sowie Marketing und Vertrieb. Drei Bereiche, die sich daran anlehnen, jeweils mit der Frage, die Sie im eigenen Haus beantworten sollten:
Verwaltung und Dokumente
Eingehende E-Mails, Rechnungen und Formulare lassen sich per KI auslesen, einordnen und an das richtige System oder die richtige Person weitergeben; ein Mensch prüft die Fälle, die das System nicht sicher zuordnen kann. Wie das für eingehende E-Mails und Anfragen technisch aussieht, zeigen die fünf Workflows für wiederkehrende Büroarbeit. Prüfen Sie: Welcher Eingangskanal erzeugt bei Ihnen die meiste Sortier- und Abtipparbeit, und wie viele Vorgänge sind das pro Woche?
Vertrieb und Kundenmanagement
Im Vertrieb kommt die Recherche und Vorqualifizierung von Interessenten in Frage, sofern sie aus vielen gleichartigen Schritten besteht. In einem unserer Vertriebsprojekte haben wir ein solches System gebaut: Es findet passende Unternehmen und die richtigen Ansprechpartner und sortiert alles aus, was nicht zum Zielprofil passt. Jeder Lead wird vom Team geprüft und mit einem Klick freigegeben, freigegebene Leads landen direkt im CRM. Das Ergebnis laut der Referenz zu diesem Vertriebsprojekt: über 100 qualifizierte Leads pro Woche. Prüfen Sie: Wie viel Zeit Ihres Vertriebs geht heute in Recherche und Datenpflege statt in Gespräche?
Kundenservice und interne Anfragen
KI-Assistenten können Standardanfragen beantworten, Tickets vorsortieren und an die zuständige Stelle weiterleiten, komplexere Anliegen übergeben sie mit Kontext an Mitarbeitende. Prüfen Sie: Welcher Anteil Ihrer Anfragen wiederholt sich so, dass eine Antwort aus vorhandenen Unterlagen möglich ist?
Wie Sie aus einem dieser Felder den ersten Anwendungsfall auswählen und einführen, beschreibt der Leitfaden zur KI-Einführung.
Für den Mittelstand heißt das
Unsere Einordnung: Die Frage für einen mittelständischen Geschäftsführer lautet nicht, ob „die Wirtschaft“ schon KI nutzt, sondern wo sein Betrieb innerhalb der eigenen Größenklasse steht und wie weit er digitalisiert ist. Die amtliche Statistik zeigt, dass unter 250 Beschäftigten die Mehrheit 2025 noch keine KI eingesetzt hat (die jüngere ifo-Umfrage sieht kleine und mittlere Unternehmen bei rund der Hälfte), und nach unserer Rechnung nur etwa 6 bis 9 Prozent aller Unternehmen dieser Größen Arbeitsabläufe mit KI automatisieren oder Entscheidungen damit unterstützen. Wer jetzt einen Ablauf automatisiert, beginnt also nicht zu spät, sondern gehört nach den Zahlen von 2025 zu einer Minderheit seiner Größenklasse.
Gleichzeitig verschiebt sich dieses Bild schnell, wie die Werte von ifo und Bitkom zeigen, und nach der KfW-Auswertung sagt der Digitalisierungsgrad mehr über die KI-Nutzung aus als die Größe. Unternehmen, die KI erwogen, aber nicht eingeführt haben, nennen als Hürden vor allem fehlendes Wissen, rechtliche Unklarheit und Datenschutz; alle drei lassen sich vor dem ersten Projekt angehen. Der sinnvolle Weg ist deshalb ein einzelner, messbarer Anwendungsfall mit Kosten, die vorher durchgerechnet sind, statt eines großen Programms oder weiteren Abwartens.
FAQ
Wie viele mittelständische Unternehmen nutzen KI?
Das hängt von der Erhebung ab. Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 in Deutschland 23 Prozent der Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten KI, 36 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten und 57 Prozent der Unternehmen ab 250 Beschäftigten. Das KfW-Mittelstandspanel, das auch Betriebe unter 10 Beschäftigten erfasst, zählt für die Jahre 2022 bis 2024 20 Prozent des Mittelstands, die mindestens eine KI-Technologie genutzt haben. Die ifo Konjunkturumfrage kommt im Mai 2026 auf 54,5 Prozent der befragten Unternehmen, Bitkom Anfang 2026 auf 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten.
Warum unterscheiden sich die Zahlen zur KI-Nutzung so stark?
Die Erhebungen fragen verschiedene Unternehmen zu verschiedenen Zeitpunkten und zählen Unterschiedliches: Destatis befragt Unternehmen ab 10 Beschäftigten schriftlich und zählt die Nutzung von mindestens einer von acht KI-Technologien, die KfW fragt mittelständische Unternehmen bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz einschließlich Kleinstbetrieben nach der Nutzung in den Jahren 2022 bis 2024, ifo nennt für seine Umfrage vom Mai 2026 keine Größengrenzen, Bitkom befragt Unternehmen ab 20 Beschäftigten telefonisch, und der KI-Index Mittelstand zählt Nutzung und Test zusammen. Vergleichen Sie deshalb nur Werte aus derselben Erhebung miteinander.
Ist mein Unternehmen zu klein für KI?
Die Größe allein beantwortet das nicht: Auch unter den Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten nutzte 2025 knapp ein Viertel KI. Prüfen Sie stattdessen, ob es bei Ihnen Aufgaben gibt, die häufig, nach festen Regeln und heute von Hand erledigt werden.
Was hält Unternehmen vom KI-Einsatz ab?
Unternehmen, die KI in Betracht gezogen, aber nicht eingeführt haben, nannten 2025 laut Statistischem Bundesamt am häufigsten fehlendes Wissen (72 Prozent), Unklarheit über rechtliche Folgen (62 Prozent) und Bedenken beim Datenschutz (60 Prozent). Zu hohe Kosten nannten 32 Prozent.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen, 2025 (Stand 24. November 2025, abgerufen am 28. September 2026)
- Statistisches Bundesamt: Gründe gegen die Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen, 2025 (Stand 24. November 2025, abgerufen am 28. September 2026)
- Statistisches Bundesamt: Qualitätsbericht Nutzung von IKT in Unternehmen 2025 (Grundgesamtheit, Stichprobe, Feldzeit, Wechsel der Darstellungseinheit, Fragebogen Teil E)
- Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 444 vom 25. November 2024, Jedes fünfte Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz (Werte 2024 nach Größenklassen)
- Bitkom-Presseinformation vom 11. März 2026: Digitalisierung der Wirtschaft – fast jedes Unternehmen beschäftigt sich mit KI (604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, telefonisch, KW 2 bis 6 2026)
- Bitkom: Präsentation Digitalisierung der Wirtschaft 2026 (Fragestellung zur Technologienutzung, Basis der KI-Nutzer n=249)
- ifo Institut: Mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt Künstliche Intelligenz (Meldung vom 5. Juni 2026, ifo Konjunkturumfrage Mai 2026)
- KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 554 vom 29. Juli 2026: Künstliche Intelligenz im Mittelstand (KfW-Mittelstandspanel 2025, Nutzung 2022–2024, Kasten zur Frageformulierung, Untersuchungsmethodik)
- KfW: KfW-Mittelstandspanel (Grundgesamtheit bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz, schriftliche Wiederholungsbefragung, geschichtete Zufallsstichprobe mit Hochrechnung)
- Salesforce & Deutscher Mittelstands-Bund: KI-Index Mittelstand 2026, Pressemitteilung datiert 9. März 2026 (rund 700 mittelständische Unternehmen, befragt im November 2025)
- Die Zukunftshelden: Referenzprojekt Vertrieb (vom Kunden freigegeben)